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Holland-Fonds: Spreu und Weizen
Auch bei Investitionen in unser Nachbarland zeigt sich eine stark differenzierte Platzierungskraft. Die beiden seit
Jahren marktbeherrschenden Anbieter MPC Münchmeyer, Petersen Capital und das Bankhaus Wölbern konnten ihre Umsätze
verdoppeln, obwohl der Gesamtmarkt um "nur" 21 Prozent auf 445,1 Millionen Euro zulegte. Damit verbuchen alleine die
beiden führenden Anbieter ganze 55 Prozent vom Marktanteil.
Wie schwierig dieser Markt ohne langjährige Erfahrung ist, zeigt jedoch die Platzierungsdauer der Hollandfonds
allgemein: Einige Fondsanbieter mussten nicht kalkulierte Mehrkosten aus der eigenen Tasche bezahlen, weil die
Platzierungszeit für Hollandfonds auf Grund der ansonsten doppelt anfallenden Grunderwerbsteuer auf sechs Monate
beschränkt ist, und diese Anbieter nicht innerhalb dieses Zeitraumes ihre Fonds schließen konnten. Sogar die
durchschnittliche Verkaufsdauer aller Hollandfonds lag mit 6,2 Monaten über der Steuerfrist.
Eine weitere Sonderentwicklung zeigt die Eigenheit dieses Marktfeldes: Trotz im Durchschnitt allgemein rückläufiger
Zeichnungssummen konnten die Hollandfonds im vergangenen Jahr von 36.967 auf 49.233 Euro zulegen. Und das, obwohl
sicherlich zahlreiche Anleger zur Vermeidung einer Besteuerung mit Zeichnungssummen um 15.000 Euro unter der
Nichtveranlagungsgrenze von 196 Euro bleiben wollten. Spürbare Vorteile in Form von günstigen Steuerlasten brachte
die holländische Steuerreform nur den Anlegern von großen Zeichnungssummen. Denn wer als Anbieter keinen Zugang zu
diesen Großinvestoren hat, kann gegen die erfahrenen Initiatoren wenig ausrichten. Deshalb haben mehrere eigentlich
platzierungsstarke Gesellschaften wie die IBV, IC-Immobilien, SachsenFonds und Wert-Konzept angegeben,
voraussichtlich keine Holland-Fonds mehr aufzulegen.
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