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von Stefan Loipfinger

Generaltrends aller Beteiligungsmodelle
Für viele Marktteilnehmer kommt diese positive Meldung völlig überraschend, ließen doch die Reform-Diskussionen der Regierung und die angespannte Wirtschaftslage wenig Gutes ahnen. Anders sahen es die börsengeschädigten Anleger. Sie hatten Vertrauen in die Beteiligungsmodelle. So konnte diese Investment-Art einen Volumenzuwachs von 15 Prozent realisieren. Damit stieg das Gesamtvolumen von 9,05 Milliarden Euro in 2002 auf 10,37 Milliarden Euro. Auch die Zeichnungssumme pro Kopf ist wieder gestiegen: Sie betrug im vergangenen Jahr 126 Euro pro Bundesbürger (2002: 110 Euro). Historisch hat sich das kumulierte Volumen damit auf 131 Milliarden Euro Anlegerkapital beziehungsweise auf 272 Milliarden Euro Fondsvolumen erhöht.

Negativ entwickelte sich hingegen die durchschnittliche Zeichnungssumme. Sie ist erneut von 41.081 Euro in 2002 auf nun 37.468 Euro gefallen. 1997 lag sie mit 64.215 Euro noch um 71 Prozent höher. Dies bedeutet, dass 2003 deutlich mehr Anleger gewonnen werden mussten, um das Gesamtvolumen zu realisieren. Mit 276.770 Zeichnern haben noch nie so viele Deutsche Geld in ein Beteiligungsmodell investiert wie in 2003. Gegenüber dem Jahr 2002 betrug die Steigerung 26 Prozent. Im Vergleich zu 1997 lag sie sogar bei 56 Prozent.

Hauptverantwortlich für den Anstieg bei der Zeichnerzahl sind vor allem die Banken und Sparkassen. Sie sammelten 5,82 Milliarden Euro bei ihren Kunden ein. Damit schnellte der Banken-Anteil am Fondsvertrieb auf 56,1 Prozent des Gesamtmarktes (2002: 41,7 Prozent beziehungsweise 3,77 Milliarden Euro). Über den Bankentresen haben 160.500 Anleger einen Fondsanteil erworben. Im Jahr zuvor waren es gerade einmal 90.760 Anleger. Bei den geschlossenen Immobilienfonds betrug der Vertriebsanteil der Banken und Sparkassen sogar 75,1 Prozent. In den Vorjahren war diese Art der Auswertung nicht möglich, da die Datenbasis bis dato zu klein war, um repräsentativ Einzelsegmente berechnen zu können. Für 2003 reichte die Datentiefe mit insgesamt 35 Prozent aus, um zumindest die großen Produktgruppen auszuwerten.

Eine klare Tendenz ließ sich zudem bei den leasingorientierten Medienfonds erkennen: hier war der Marktanteil der Banken und Sparkassen mit 64 Prozent überdurchschnittlich hoch. Bei Schiffsbeteiligungen ist er gegenüber 2002 zwar angestiegen, insgesamt aber immer noch unter dem Gesamtdurchschnitt. Damit zeigt sich: Banken verkaufen verstärkt sicherheitsorientierte Produkte. Unternehmerische und damit risikoreichere Angebote wie New Energy Fonds werden von den Produktverantwortlichen im Bankvertrieb eher gemieden.

Der Grund für die verstärkten Produktaktivitäten im Bereich der Beteiligungsmodelle durch die Banken ist eindeutig: Selbst seriös konzipierte Fonds werfen überdurchschnittliche Provisionen ab. Der Margendruck in Verbindung mit der Tatsache, dass Investmentprodukte wie Aktien- und Rentenfonds derzeit nur schwer verkaufbar sind, hat zu einem Umdenken geführt.

Ob dieser Trend dauerhaft anhält, ist schwer zu prognostizieren. Für 2004 dürfte aber noch einmal ein hoher Banken- und Sparkassenanteil zu erwarten sein. Langfristig positiv ist, dass sich viele Berater mit den geschlossenen Fonds intensiver beschäftigt haben und damit die Hemmschwelle, erstmals ein solches Produkt in die Beratung einzubeziehen, wegfällt.


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