Geschlossene Immobilienfonds insgesamt (inklusive Ausland) können Vorjahresergebnis leicht steigern
Um das sehr gute Ergebnis bei dem realisierten Fondsvolumen zu ermöglichen,
war in 2003 ein Eigenkapital der Anleger in Höhe von 4,76 Milliarden Euro
notwendig. Dies war eine leichte Steigerung um 1,2 Prozent gegenüber dem
Vorjahr. Dass die Erhöhung des Fondsvolumens mit 3,3 Prozent etwas deutlicher
ausfiel, hat mit dem in den Fonds enthaltenen Fremdkapitalanteil zu tun. Er
beträgt mittlerweile 57,7 Prozent (Vorjahr 54,9 Prozent).
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Besonders auffallend an dieser Tendenz ist der überdurchschnittliche
Fremdkapitalanteil der Initiatoren mit Bankenhintergrund: Im vergangenen
Jahr wurden im Schnitt 60,4 Prozent des Fondsvolumens über Fremdkapital
erbracht. Bei den Anbietern ohne Bankenhintergrund lag die Quote bei 55,9
Prozent. Dies ist ein Spiegelbild der zurückhaltenden Finanzierungspolitik
vieler Banken. Bei den eigenen Tochtergesellschaften beziehungsweise bei
Unternehmen anderer Banken ist die Bereitschaft, etwas mehr Fremdkapital
bereit zu stellen, offensichtlich deutlich größer, als bei freien Anbietern.
Fast typisch für die Branchenentwicklung des vergangenen Jahres ist das Beispiel
der DB Real Estate. Obwohl die Deutsche Bank als Mutterhaus, wie viele andere
Banken und Sparkassen auch, verstärkt geschlossene Immobilienfonds verkaufte,
hat das eigene Fondsemissionshaus Marktanteile verloren. Die geschäftspolitische
Entscheidung zu konzernfremden Produkten, die bei den Bankkunden gerne als Beleg
für eine Best-Advice-Beratung dient, wurde von zahlreichen Banken gelebt.
Das belegt eindeutig der Rückgang des Platzierungsanteils der Bankeninitiatoren:
Während 2002 noch 49,3 Prozent der Anlegergelder bei Bankentöchtern landeten,
verkleinerte sich das Stück des Gesamtkuchens im vergangenen Jahr auf 39,9 Prozent.
Umgekehrt erhöhte sich der Vertriebsanteil der Banken und Sparkassen bei
geschlossenen Immobilienfonds auf 75,1 Prozent deutlich.
Stark profitierte von dieser Entwicklung der neue Gesamtmarktführer MPC
Münchmeyer Petersen Capital. Mit einem eingesammelten Eigenkapital von 411,6
Millionen Euro hat der ursprünglich auf Schiffsbeteiligungen spezialisierte
Anbieter erstmals das meiste Geld im Bereich der Immobilienfonds eingeworben.
Im Vergleich zum Vorjahresergebnis von 220,7 Millionen Euro bedeutet dies einen
Anstieg um 86 Prozent. Das realisierte Gesamtinvestitionsvolumen erhöhte sich um
71 Prozent auf 958,8 Millionen Euro.
Als Spezialist für USA-Immobilienfonds brachte es der dortige Marktführer auch
bei den Immobilienfonds insgesamt auf einen Spitzenplatz. Mit einem Eigenkapital
von 296,8 Millionen Euro und einem Fondsvolumen von 668,5 Millionen Euro erreichte
Jamestown Platz zwei. Mit gut 50 Millionen Euro Abstand landete ALCAS auf Platz
drei. In exakten Werten ausgedrückt platzierten die Münchner ein Eigenkapital in
Höhe von 242,2 Millionen Euro und ein Fondsvolumen von 896,7 Millionen Euro.