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Deutschland: Umsatzplus

Telekom-Fonds pushen den Markt

Nur von Wenigen erwartet wurde der Anstieg bei den Deutschland-Immobilienfonds. Mit einem Plus von 15,5 Prozent konnte das eingeworbene Anlegerkapital von zwei Milliarden Euro auf 2,31 Milliarden Euro gesteigert werden. Das inklusive der Bankkredite realisierte Investitionsvolumen steigerte sich von 4,84 auf 5,64 Milliarden Euro.

Dies ist um so überraschender, als fast über das gesamte Jahr 2003 völlige Unklarheit bezüglich des fünften Bauherrenerlasses herrschte. Damit in Zusammenhang stehend, hat sich die durchschnittliche Verlustzuweisungsquote trotz der noch vorhandenen Übergangsmodelle um vier Prozentpunkte auf 25 Prozent reduziert. In Zeiten, als die Sonderabschreibung nach dem Fördergebietsgesetz schon fast erledigt war, betrug sie mehr als das Dreifache (1998: 77 Prozent). Für 2004 ist aufgrund der Ausgestaltung des fünften Bauherrenerlasses und dem Auslaufen der Übergangsreglung mit einem weiteren deutlichen Absinken der steuerlichen Anfangsverluste zu rechnen.

Trotzdem bietet der geschlossene Deutschland-Immobilienfonds mit 20 Prozent Verlustzuweisung in Verbindung mit langfristig deutlich unter den Ausschüttungen liegenden Steuerergebnissen (quasi teilweise steuerfreie Ausschüttungen) im Vergleich zum restlichen Kapitalmarkt sehr attraktive Renditen nach Steuern. Schließlich hat sich die Anfangsausschüttung, die leider immer noch sehr häufig über Finanzierungen in Schweizer Franken oder japanischem Yen getunt wird, von 4,9 Prozent in 1998 kontinuierlich auf 6,2 Prozent in 2003 erhöht.

Doch wo lagen die Gründe für den plötzlichen Erfolg? Da bei einer Reihe von Anbietern nicht nur die Nachfrage von Anlegern und Beratern für den Absatz verantwortlich ist, sondern vielmehr das überhaupt mögliche Angebot, war die Deutsche Telekom ein Faktor für den Volumenszuwachs. Denn die zahlreichen Immobilienverkäufe des ehemaligen Staatsunternehmens, die von Tochterunternehmen meist langfristig wieder angemietet wurden, haben das verfügbare Angebot stark ausgeweitet. Und weil für die Banken als bedeutendster Absatzkanal ein bonitätsmäßig guter Mieter ausschlaggebend ist, begründet sich der Anstieg damit sehr gut. Die zum Teil mangelhafte Standortqualität in Verbindung mit marktdominierenden Objektgrößen wurde allerdings oft unterschätzt.

Das noch reichhaltige Angebot von potenziellen Telekom-Immobilien dürfte in Verbindung mit der Tatsache, dass nun auch die Deutsche Post verstärkt mit sale-and-lease-back-Transaktionen auffällt, zu einem reichhaltigen Fondsangebot führen. Auch die über sehr große Immobilienbestände verfügende Deutsche Bahn könnte nach den Erfolgen der Telekom auf die Idee kommen, ihre Objekte über geschickte Transaktionen zur Verfügung zu stellen. All dies zusammen dürfte sicherlich Basis genug sein, um das Volumen der geschlossenen Immobilienfonds vom gegenwärtigen Niveau weiter zu steigern.


 Tabelle: Deutschland-Fonds Deutsche Fonds: Top Five 

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