|
|  |
Liquidität - der Performance-Killer?
Bringt das viele Anleger-Geld die offenen Fonds in Schwierigkeiten? Immerhin drückt die
hohe Liquidität die Renditen, da die zufließenden Gelder am Kapitalmarkt geparkt werden müssen.
Dort liegen die Renditen jedoch unter denen der Immobilien. Bekanntermaßen dauert es zum Teil
Monate bis zum Erwerb einer Immobilie. Walter Klug, Managing Director der DB Real Estate,
relativiert: Würde die aktuelle Performance eines Fonds Aussagen über dessen künftige
Entwicklung ermöglichen, hätten die Anleger keine Schwierigkeiten, die richtige Wahl
zu treffen. Er empfiehlt den Anlegern, die Liquiditätsquote zu analysieren. Sei der
Cash-Bestand sehr niedrig, die Performance hingegen dennoch unterdurchschnittlich,
könne dies daran liegen, dass Bewertungskorrekturen bei den Immobilien unumgänglich
waren. Eine dauerhaft geringe Performance bei niedriger Liquidität sei ein Indiz dafür,
dass die Fondsimmobilien unterdurchschnittlich performen.
Aktuell liegen die vom BVI ausgewiesenen Wertentwicklungszahlen im Ein-Jahres-Bereich zum
31. August 2003 im Durchschnitt bei knapp unter vier Prozent. Für das Jahr 2003 erwartet
Barbara Knoflach, die auch Geschäftsführerin der SEB Immobilien-Investment GmbH ist, eine vier
vor dem Komma. "Erst ab 2005 dürfte es wieder aufwärts gehen", so ihre Einschätzung.
Mindestens eine drei muss es sein, weniger tolerieren die Anleger nicht.
Schmerzhaft zu spüren bekamen dies die beiden Fonds des Internationalen Immobilien-Instituts
in München. Mit 1,2 beziehungsweise 1,4 Prozent sahen sich die Fonds entgegen dem
Branchentrend massiven Rückflüssen ausgesetzt. Doch Geschäftsführer Günther Hackeneis
schätzt die durch Liegenschaften in Ostdeutschland entstandenen Probleme der beiden Fonds
"als weitgehend ausgestanden" ein. Um die gesetzlich vorgeschriebene Mindestliquidität zu
halten, muss die Gesellschaft weitere Objekte verkaufen. Ein Rücknahmestopp, der nach dem
Kapitalanlage-Gesetz (KAGG) möglich ist, sei "kein Thema", so Hackeneis.
|  |
|