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Mipim 2003


Das "Hotel Sofitel Chicago Water Tower" der Accor-Gruppe gewann den Mipim Award 2003 in der Kategorie "Hotels/Tourism Resorts". Foto: Accor
  
Cannes, die Stadt der Schönen und der Reichen lockt. Was den Stars und Sternchen gut ist, ist den Immobilien-Profis nur billig. Denn Cannes bietet nicht nur Glamour, sondern jedes Jahr auch ein inzwischen legendäres Event der Branche: die internationale Gewerbeimmobilien-Messe Mipim. Offensichtlich aber bröckelt die Fassade. Zumindest bei deutschen Immobilien-Professionals. Die hielten sich auffallend zurück, und kamen weniger zahlreich als in den vergangenen Jahren.


Dabei war alles so schön. 1990 fand das Event erstmals statt, damals mit kaum 3.000 Besuchern und etwas mehr als 800 anwesenden Firmen aus 22 Ländern. Fast jedes Jahr wurden es mehr. Rekordjahr: 2002. Weit über 15.000 Fachbesucher ließen sich in die mindestens ebenso teure wie schöne Stadt an der Cote d'Azur locken. Das waren mehr als jemals zuvor. Allerdings auch rund 1.000 weniger, als die Messeleitung erwartet hatte.

2003 nun ging es abwärts. Ein klein wenig zumindest: Genau 14.276 Besucher aus 62 Ländern zählte der Veranstalter, die Reed Midem. Und wer war schuld? Die Deutschen. Die waren sowohl was die Zahl der Besucher als auch die der Aussteller betrifft, deutlich schwächer vertreten. Nur knapp 230 statt wie im Vorjahr rund 320 deutsche Aussteller kamen nach Cannes. Um etwa 220 auf rund 630 ging die Zahl der vertretenen deutschen Unternehmen zurück. Leichte Rückgänge gab es bei den Ausstellern aus den Niederlanden und den USA. Großbritannien und Frankreich legten etwas zu. Insgesamt nahmen 5.253 Unternehmen teil – knapp sechs Prozent weniger als im Jahr zuvor.

In der Vergangenheit war die Mipim schon mehrfach gerade von deutscher Seite in die Kritik geraten. So wetterte etwa Werner Rohmert im "Immobilienbrief" schon im vergangenen Jahr über die „völlig überteuerten" Eintrittskarten und prophezeite, dass viele deutschen Besucher draußen bleiben. Denn: Treffen könne man sich auch auf Yachten und in Restaurants.

Ob sich die Mipim-Erfolgsgeschichte künftig mit den gewohnten Steigerungsraten fortsetzen wird, bleibt abzuwarten. Zumindest aus deutscher Sicht gilt: Warum in die Ferne schweifen, München liegt viel näher. Die dort immer im Herbst stattfindende Gewerbeimmobilienmesse Expo Real wird von Entscheidern neuerdings als erste Wahl angesehen. Sie sei als Arbeitsmesse der Mipim inzwischen überlegen, meinte zum Beispiel Volker Krämer von "Bräutigam und Krämer" zum Abschluss der Münchner Veranstaltung im Herbst 2002.

Doch trotz der deutschen Mipim-Abstinenz bot das Rahmenprogramm einige Höhepunkte. Zum Beispiel die Verleihung der Mipim-Awards. Auch deutsche Bauten buhlten um die begehrten Auszeichnungen – mit Erfolg: In der Kategorie "Business centres" war der "Berliner Bogen" (Hamburg) der Sieger. Weitere Highlights: die zahlreichen Konferenzen. Zum Beispiel über Hotels, die Investment-Trends in Asien oder die Aufbereitung von Bürogebäuden. (fk)


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