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Münchener Paketpost


Die Halbbogenkonstruktion des ehemaligen Paketpostbahnhofs in München ist ein echter Blickfang. Foto: Post AG
  
Der ehemalige Paketpostbahnhof in München ist ein Blickfang. Eine Halbbogenkonstruktion mit 1.600 mächtigen Betonstreben überspannt 20.000 Quadratmetern Nutzfläche. Als die Halle 1969 gebaut wurde, war sie die größte frei schwebende Halle aus Beton-Fertigteilen in Europa. Deshalb steht das Bauwerk bereits unter Denkmalschutz. In wenigen Jahren wird es den Mittelpunkt für ein neues Stadtviertel zwischen Laim und dem Stadtzentrum bilden. Entlang der Hauptverkehrsachsen Wilhelm-Hale-Straße und Arnulfstraße sollen Wohnungen für 4.600 Menschen sowie Gewerbe- und Büroflächen entstehen.
Zwischen Hauptbahnhof und Pasing möchte die Landeshauptstadt in einem Projekt unter dem Titel "Zentrale Bahnflächen München" umfangreiche Grundstücksreserven neu nutzen. Teil dieses Projekts ist das 50 Hektar umfassende Areal "Birketweg" rund um die ehemalige Paketposthalle. Grundstückseigentümer sind die Deutsche Post, die Bahn und die Stadt München. Rund 18 Hektar entfallen auf die Deutsche Post, die für diese Projektentwicklung auch ihr Know-how als Immobiliendienstleister einbringt. Die Deutsche Post Immobilien ist mit 1.800 Mitarbeitern, die etwa 15.000 Immobilien mit rund 13 Millionen Quadratmetern Nettogeschossfläche betreuen, ein eigenständiges Leistungsfeld innerhalb des Konzerns Deutsche Post World Net."

Den Mehrwert im eigenen Haus halten
"Früher wurden Briefe an über 1.000 Stellen sortiert. Das sind wie in der Paketpost in München oft beste Innenstadtlagen", sagt Franz Werner Nolte, Geschäftsführer der Deutschen Post Bauen GmbH, die für die technische Projektentwicklung zuständig ist. Sie bildet zusammen mit den Post-Töchtern für Immobilienentwicklung (Vermarktung von Objekten aus dem Bestand), Immobilienservice (Facility Management) und Wohnen das Leistungsfeld Deutsche Post Immobilien. Nolte: "Die Dynamik im Logistikbereich führt zu ständig wechselnden Standortmustern. Deshalb suchen wir für vorhandene Gebäude neue Nutzungen. Wir gestalten nicht nur neue Postfilialen, wir bauen auch neue Einkaufspassagen oder entwickeln Gewerbeflächen für Dritte. Zurzeit bauen wir den Posttower." Der Posttower ist die neue Konzernzentrale der Deutschen Post. Am Bonner Rheinufer, mitten im ehemaligen Regierungsviertel, entsteht ein 162 Meter hoher transparenter Wolkenkratzer nach dem Entwurf des Architekten Helmut Jahn.

Nolte verfolgt in der Projektentwicklung die Strategie, möglichst lange selbst am Ball zu bleiben. So wird der Mehrwert im eigenen Haus gehalten. Die Grundstücke werden erst verkauft, wenn das Baurecht geschaffen ist. So verfährt man zurzeit auch im Münchner Stadtteil Schwabing, wo nahe beim Olympiapark auf 46.000 Quadratmetern dichte Wohnbebauung und ein Bürokomplex entstehen sollen.

Post und Stadt ziehen an einem Strang
Bei dem Quartier rund um die Paketposthalle arbeitet man derzeit am Flächennutzungsplan. Post und Stadt ziehen an einem Strang. "Mit dem gemeinsam gestalteten Planungsprozess wird bereits frühzeitig eine abgeglichene und abgewogene Grundlage für die weitere Planung gelegt", sagt Christiane Thalgott, Stadtbaurätin der Landeshauptstadt München. Sie sieht in dem Entwurf "eine neue Qualität des Ortes". Zuständig für das Projekt bei der Deutschen Post Bauen ist Hans-Joachim Lösche, Leiter der Münchener Niederlassung. Als Architekt weiß er um die Lage des Objektes. "Wir müssen Vorurteile überwinden, so nah an einer wichtigen Bahnstrecke. Wir wollen durch qualitätvolle Architektur und ein durchdachtes Gesamtkonzept überzeugen."

Im Rahmen eines Wettbewerbs haben vier Architekturbüros städtebauliche Entwürfe vorgelegt. Das Büro Labfac (Paris/Berlin) ging daraus als Sieger hervor. Sein Plan sieht neben einem "Hochhaus-Circle" unmittelbar an der Friedenheimer Brücke auch einen "Pionierpark" vor, eine grüne wallartige Abschirmung zur Bahn und zu einem an den Gleisen vorgesehenen Logistik-Zentrum. Rund um die Paketposthalle entstehen Kern- und Mischgebiete für Büros und Dienstleistungen, die nach Osten hin in Wohnnutzung mit Stadtvillen und grüne Wohnstraßen übergehen und damit an die vorhandene Wohnbebauung anschließen. Nach Abschluss der Bebauung, etwa im Jahre 2007, wird die ehemalige Pakethalle als identitätsstiftender Mittelpunkt auf einem großen Platz stehen, der als wichtiger städtischer Freiraum durch Kultur- und Freizeitaktivitäten lebendig wird. Eine zusätzliche Aufwertung erfährt der Standort durch den Bau eines neuen S-Bahn-Haltepunktes.


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